Kontakt:

Mail: rudern@nieschütz.de
Telefon: 0173 4677476
Ruderfreunde Nieschütz am Elbekilometer 92

Ruhr für Harte: HERRliche Wanderfahrt

Vom 1. bis 3. Mai 2015 fand eine von Klaus Ullrichskötter von der SG Demag Wetter hervorragend organisierte DRV- Wanderfahrt auf der Ruhr von Schwerte über Witten und Essen nach Duisburg statt. 100 km waren an drei Tagen in Gig-Vierern zu bewältigen, was ruderisch eigentlich kein Problem sein sollte. Die Ruhr fließt nur nicht einfach geradeaus. Als alter kultivierter Fluss – schon die Römer ruderten dort – gibt es immer wieder Staustufen, Wehre, Stromschnellen, die mutig durchfahren, wo geschleust oder umgetragen werden muss, damit die Boote nicht in der reißenden, schäumenden Flut absaufen, zerschellen oder umkippen, wenn man Glück hat, nur voll laufen. Untiefen, wechselnde Kiesbänke, Rohrleitungen bis in die Flussmitte, Seitenströmungen durch einmündende Druckstollen sind je nach dem schwankendem Pegelstand Stressfaktoren für den Steuermann und wenn der nicht richtig reagiert, für die restliche Mannschaft. Der stärkste Adrenalinausstoß steht in den Bootsgassen an, wenn es in dem Boot breiten Tunnel rasend schnell im tobenden Wasser über 20, 30 m mehrere Meter tief abwärts geht und eine leichte, ungeschickte Gewichtsverlagerung eines der Insassen das Boot samt Mannschaft zum Torpedo werden lässt. Am 1. Tag musste im Oberlauf sechsmal umgetragen werden, am 2. Tag dreimal und es wurden 3 Bootsgassen überstanden und am 3. Tag einmal umtragen durch einen Tunnel und 3 Schleusungen, für die Rettungswesten erforderlich waren. Alles lief glatt ab und nass wurden die Teilnehmer nur, weil es nach 2,5 Tagen Sonne am Ende dauerhaft regnete.

Warum tut man sich das an? Das südliche Ruhrgebiet ist wunderschön, alles rekultiviert und derzeit im Frühlingserwachen. Selbst noch vorhandene Industrie kann man schön finden, z. B. das RWE-Koepchenwerk als Wasser- bzw. Stromspeicher mit den 2 großen Rohren am Berg, einen großen 20t-Kran oder den Förderturm einer alten Zeche, an denen man vorbeirudert. Wetter hat eine alte Burg mit Aussicht. Schon von der Autobahn erkennt man die Hohensyburg und andere Denkmäler. Die Ruderetappen sind so bemessen, dass Zeit zur Besichtigung bleibt. Und nicht zuletzt: Ruderer lieben das Gemeinsame. In den 3 Tagen lernt man sich kennen, die Gefahr schweißt zusammen, ob man aus Sachsen, Hildesheim, Hannover, Düsseldorf oder eben dem Ruhrgebiet kommt.

Dies war der 2. von geplanten 12 diesjährigen Langestreckenevents, an dem stellvertretend für alle Rudermänner nur der Wanderruderwart des WSV-Altwarmbüchen teilnahm.

 

Mit Riemen- und Dollenbruch!

Klaus F. Gratz