Kontakt:

Mail: rudern@nieschütz.de
Telefon: 0173 4677476
Ruderfreunde Nieschütz am Elbekilometer 92

Die halbe Peene

Kein Bootstransport sollte es sein, deshalb wurden zwei Vierer in Anklam geliehen. Im August gingen die Radebeuler Wanderruderer auf große Fahrt. Obwohl die Peene ein Fluss ist fließt sie nicht so recht und auch nicht immer Richtung Ostsee. Da ist es egal, in welche Richtung man rudert. Der Fluss ist recht breit und tief, wird von zahllosen Torfstichen gesäumt und hat, abgesehen von den letzten Km ab Anklam, gutes Badewasser. Das ganze Gebiet ist eine riesige Schilffläche. Man vermutet dort mecklenburgische Einsamkeit. Es gibt beachtliche Strecken, an denen keine Anlegemöglichkeit besteht. Doch, ach leider, es knattern fast immer irgend welche Bootsmotoren. Aber es gibt zahlreiche Wasserwander - Rastplätze, welche für eine Übernachtung genutzt werden können. Häufig sind diese mit Toilette ausgestattet, haben eine Feuerstelle und sind in der Regel etwas gepflegt, mit Steg und Badestelle. Die meisten Knatterfreunde vermeiden Wellenschlag und Berufsschifffahrt gibt es kaum. Dazu einige Marinas und Städte mit Einkaufsmöglichkeit.

Kanustation Gützkow hieß das erste Ziel. Um dort hin zu kommen musste ein kleines Seitenfließ befahren werden, was so schmal wurde, das die Vierer nicht wenden konnten. Die Kanuten stellen ihren Gästen von Grillmöglichkeit bis Schlafboden alles Erforderliche für akzeptables Entgelt zur Verfügung. Weiter gehen sollte die Fahrt bis Demmin, aber eine Mittagsrast machte einen Großteil der Boote ein klein wenig ruderfaul. Dennoch erreichte der Zweier mit Dorothea und Andreas W. Demin. Dort ist der Seglerhafen eine gute Unterkunft für Wasser- und Naturfreunde. Wir erfuhren, dass die wichtigen Nebenflüsse Trebel und Tollense doch (mit Zweiern) befahrbar sind. Es ist jedoch ratsam, sich auf dem Amt über die Termine zu erkundigen, an denen diese Flüsse von Kraut befreit werden. Weil Trebel und Tollense für Motorboote gesperrt sind gibt es reichlich Natur und kaum Zivilisation, d.h. Proviant mitnehmen.

Am vierten Rudertag ging es zurück nach Gützkow. Man fand in der Nähe einen schönen Badesee und es wurde wieder gegrillt. Recht angenehm war, dass es bei den Radebeulern angemessen früh los geht, kurz nach neun Uhr schwimmen die Boote. So konnte nach einer Mittagsrast in Anklam bis auf das kleine Haff gerudert werden. Der Wind ermöglichte eine Vorbeifahrt an der Karniner Brücke, einem weit hin sichtbaren, beeindruckenden Bauwerk, was wohl nie vollendet werden wird. Abends pustete es ganz schön stark, da waren wir froh, einen Hafen zum Übernachten gefunden zu haben. Schnell waren die Zelte aufgebaut und es wurde im wahrsten Sinn des Wortes ein feucht - fröhlicher Abend.  Vielleicht war das ein Grund, dass der letzte Rudertag etwas müde ausfiel. Die Bugspitze wurde nur ein Stück durch die Zecheriner Brücke geschoben, um auf der Insel Usedom eine letzte Rast einzulegen. Zurück nach Anklam ruderten wir durch den nördlichen Mündungsarm der Peene, was nicht so zur Nachahmung empfohlen werden kann. Das Kraut wurde zunehmend dicker und es war schon ein wenig abenteuerlich, nicht im Morast stecken zu bleiben. Ende gut - Alles gut. Die Teilnehmer danken Uwe und Jörg für die Organisation dieser Fahrt. Erwähnt soll auch werden, das es eine gute Fahrt war, weil alle Teilnehmer kameradschaftlich miteinander umgegangen sind, persönliche Befindlichkeiten zurückgestellt haben und Verständnis zeigten, wenn mal eine Kaffetasse fehlte. Die Fahrt macht Lust, auch die übrigen Teile dieses schönen Ruderrevieres zwischen Neubrandenburg, Malchin und Demin kennen zu lernen. (A.W.)