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Ruderfreunde Nieschütz am Elbekilometer 92

Rudern und Segeln

Segeln im Ruderboot geht gar nicht, sagen die einen. Von anderen wird neidvoll auf einen Doppelvierer mit 8 in den Wind gestellten Blättern geschaut, der wohl möglich mittels Regenschirm oder Handtuch ganz ordentlich Fahrt macht. In alten Büchern kann man davon lesen und eine Masthalterung in so mancher geklinkerter Gig beweist, dass an der Sache etwas dran ist. Die Ruderfreunde Nieschütz haben das Thema aufgegriffen.

Probiert wird im Gig Doppelzweier ohne Steuermann. Der muss jedoch die Möglichkeit mitbringen, das man ein Steuer einhängen kann.

Der erste Versuch war ein einfaches Kanu-Segel. Dies besteht aus einem Kunststoffring, Durchmesser 1,2m, der mit ausbauchenden Segelstoff bespannt ist. Ein Sichtfenster gewährt einen Blick nach vorn, mit 2 Schlaufen ist es einfach an unserem Wanderboot montierbar. Eine oben angebrachte Leine spannt das Segel auf. Sie wird vom Bugmann möglichst hoch gehalten - und ab geht die Post. Dieses Segel ist fürs kleine Geld zu haben. Ein Vorteil ist, das einfache Transportieren.  Es wird mit ein wenig Übung in ein flaches Teil zusammengefaltet, das im Durchmesser nur ca. 40 cm groß ist. Dazu das Gewicht von etwa 500 Gramm, was will man mehr.  Nachteilig ist aber, das der Wind annähernd genau von achtern blasen muss, sonst fällt dieses Modell in sich zusammen. Weil es so gut zu verstauen ist, haben wir es zu mancher Urlaubsfahrt bei.  Genutzt wird es eher selten, weil ja sowieso immer Gegenwind ist. Wenn doch mal Schiebewind weht, sollte der schon Stärke 3 haben, sonst ist man einfach zu langsam. Während der Bugmann das Segel hält schaut er nach dem Kurs und gibt dem Schlagmann Anweisungen, wie mit dem eingehangenen Steuer er Kurs gestaltet wird. Beide Ruderer sitzen  wie gewohnt auf dem Rollsitz und können so sicher Balance halten.  Das funktioniert sogar in unseren recht kippligen "Pirat", einen leichten C2x-, der nur 58 cm breit ist.

Die Masthalterung in unseren 100 Jahre alten B-Gig "Emil" sah einfach zu verlockend aus. So haben wir uns ein Segel von einen "Optimist" besorgt. Das ist ein weit verbreitetes Kinder - Segelboot. Der Mast passte ideal in unsere Halterung.  Auf den Innenkiel wurde ein Klötzchen mit Mastloch geschraubt  - fertig.  Ein echter Segler riet uns, das Segel etwas zu verkleinern und ohne Großbaum zu segeln.  Bei mäßigen Böen haben wir es auf der Elbe probiert. Die Fließgeschwindigkeit beträgt im Nieschützer  Raum 5 km/h.  Selbst zwischen den Böen reichte der schwache Wind, den Zweier nicht abtreiben zu lassen.  Blies es etwas mehr, machten wir gut Fahrt und schafften in 1,5  Stunde etwa 3 km. Wenn wir rudern, schaffen wir in dieser Zeit mindestens 10 km. Also es funktioniert, ist aber nur ein kleiner Bonus, den man nicht überbewerten sollte.  Die Handhabung war recht einfach. Der Mast brachte keine Kippgefahr auf das Boot. So ist das Segeln im Ruderboot ein schönes Erlebnis, das eine Urlaubsfahrt schon bereichern kann. Nachteilig ist, das hier allerhand mitgeschleppt werden muss.

Im B-Gig haben wir diese Rolle leicht verstaut. Beim Einsatz muss erst mal die Spriet gespannt werden. Das erledigten wir an Land. Dann jedoch konnten wir ohne Landung das gesamte Segel in die Halterung stecken bzw. daraus entnehmen. Das Segeln haben wir bis auf "halben Wind", also Seitenwind 90 grad, geschafft. Nur beim Segeln vor dem Wind wurde unser Boot so richtig schnell. Es ist eine feine Sache, mal ein paar Kilometer zu verschnaufen. Insgesamt muss man sagen, das Rudern deutlich schneller ist als Segeln. Deshelb ist so ein Segel eine nette Bereicherung, Wer Segeln aber zur Hauptsache machen möchte, kaufe sich lieber ein richtiges Segelboot. Mehr Infos beim Verfasser dieser Seite.